Fantastische Experimentierlust
Unkonventionell, charmant und fantasievoll; so beschreiben die Gäste Gerti Heck. Und genauso ist auch ihr Lokal - das "Pastavino" in Rosenheim. Von ungefähr kommt das nicht, denn: "Du kannst nur das verkaufen, hinter dem du auch wirklich stehst", sagt die zierliche Frau in Jeans und Ringel - Shirt. Elf Jahre, in denen das kleine Lokal an der Salinstraße 1 zwar immer noch als Geheimtipp gehandelt, aber eigentlich schon längst so etwas wie eine Rosenheimer Institution geworden ist, geben ihr recht.Schlichtes Ambiente, edle Speisen Im Pastavino sitzt man an blanken Holztischen, die minimalistisch eingedeckt sind. Die unkomplizierte italienische Lebensart entfaltet sich hier ebenso schnell, wie sich de Tisch mit ersten Gaben füllt: Brot, Wasser und sehr gutes Olivenöl heißen den Gast willkommen. Dann hat er Zeit die große Schiefertafel an der Wand oder das kleine Exemplar am Tisch zu studieren. "Immer wieder gibt es Leute, die können meine Schrift nicht lesen", erzählt Gerti Heck und lächelt verschmitzt. Vielleicht fehlt diesen Gästen aber auch nur die nötige Fantasie... Den Red Snapper serviert die Rosenheimerin auf Gemüse - Basmati mit einer Kokos-Apfel-Sojasauce (16,50 Euro), zum Ragout von der Gänsekeule gibt es Kumquats mit Fettucine (15,50 Euro). Als Nudelgericht stehen heute Spaghetti mit Meerrettich- Frischkäse, Rucola und gerösteten Nüssen (9,50 Euro) oder Waldpilz-Ravioli in Maronensauce mit Kräutern und Parma (10,50 Euro) zur Auswahl. Die Vorspeise könnten Jakobsmuscheln auf Artischockensalat (9,50 Euro) sein, der Nachtisch ein Amaretto - Ricotta mit Rotweinpflaume (5,- Euro). "Meine Gäste sind anspruchsvoll aber auch experimentierfreudig", beschreibt Gerti Heck das Pastavino - Publikum. Gerne erklärt sie und ihr Service-Team die immer frisch zubereiteten und täglich wechselnden Kreationen und empfiehlt den passenden Wein aus dem gut sortierten Bestand. Die feinen Köstlichkeiten - mittags übrigens als Menü für 11 Euro - werden auf schlichten weißen Tellern serviert, ohne viel Schnickschnack, denn "das Gericht selbst soll ein Bild sein, das nicht mehr optisch verschönert werden muss", so die Chefin. Ein Highlight, auf das sich viele Stammkunden jedes Jahr wieder freuen, ist Gerti Hecks Gehsteigfest. Bis zu 300 Leute wurden in den Pavillons vor dem Haus in manchen Jahr schon gezählt. Aber auch ihr "Vorsilvester" lockt immer mehr Besucher - die's gerne fantasievoll, charmant und vor allem eben unkonventionell lieben. |
| Bericht im Münchner Merkur in der Rubrik <Die schönsten Gasthöfe> |



